Kurz erklärt - Was ist selektive Entwurmung?
In der Selektiven Entwurmung, einer zeitgemäßen Strategie zur…
Die bösartige Faulbrut wird durch das Bakterium Paenibacillus larvae hervorgerufen. Wie der Name Faulbrut schon andeutet, ist das Bakterium nur für die Brut pathogen. Gerade junge Larven sind sehr empfänglich für eine Infektion, sodass schon wenige Sporen oder Bakterien für einen Krankheitsausbruch ausreichen. Adulte Bienen erkranken selbst nicht. Durch Putz- und Ammenbienen wird der Erreger der Amerikanischen Faulbrut sehr schnell im ganzen Stock verbreitet. Das ganze Volk ist deshalb meist verloren und muss auf amtliche Weisung hin vernichtet werden. Eine Eintragung der Sporen von Paenibacillus larvae kann auch über räuberische Bienen, Drohnen oder Schädlinge wie Wachsmotten (Galleriinae), Milben (z.B. Varroa-Milbe), Speckkäfer (Dermestidae) und Imkerwerkzeuge, Beuten und Honig erfolgen. Infizierte Larven sterben in
wenigen Tagen ab und bilden in der Brutzelle eine bräunliche fadenziehende Masse („Streichholzprobe“). Nach Eintrocknen enthält dieser dunkle Faulbrutschorf massenhaft die hochinfektiösen Sporen. Ein auffälliges Zeichen eines Befalls mit der bösartigen Faulbrut sind die stehengebliebenen Brutzellen, aus denen kein Nachwuchs geschlüpft ist. Ein Befall mit der Amerikanischen Faulbrut führt zum kompletten Verlust des Volkes, wenn sie nicht frühzeitig erkannt wird. Regelmäßige und frühzeitige Kontrollen sind deshalb wichtige Vorsorgemaßnahmen. Paenibacillus larvae und seine Sporen können im mikroskopischen Präparat nachweisbar sein.
Ein Verdacht auf die Amerikanische Faulbrut sollte jedoch unbedingt mit einer spezifischen und sensitiven molekularbiologischen Methode (PCR-Untersuchung) im Labor bestätigt werden, bevor unnötige Maßnahmen getroffen werden und um eine Infektion mit der gutartigen Faulbrut (Europäische Faulbrut) und anderen Bienenkrankheiten abzugrenzen. Der Nachweis der Amerikanischen Faulbrut ist nach dem Tierschutzgesetz dem zuständigen Veterinäramt anzeigepflichtig. Nachuntersuchungen durch beamtete Tierärzte sind vorgeschrieben.
Erforderliches Probenmaterial: Larven, Wabenmaterial, Honig, Bienen
Alle Untersuchungen können über den Untersuchungsantrag Molekularbiologie unter „Downloads“ angefordert werden.
Doppel- und Mehrfachinfektionen mit den genannten Erregern sind möglich. Die Varroa-Milbe oder andere Parasiten dienen oft als Vektor/Transportmittel für verschiedene virale, bakterielle und Pilz-Krankheiten.
Zusätzlich können andere Faktoren oder Krankheitserreger eine Rolle spielen --> Differenzialdiagnosen:
Aspergillose (Steinbrut) oder andere Pilzerkrankungen, Parasitenbefall z.B. mit Varroa-Milbe (Varroa
destructor), Bienenlaus (Braula coeca), Kleine und Große Wachsmotte (Achroia grisella und Galleria
mellonella), Tracheenmilbe (Acarapis woodii), Vergiftungen, Pestizide. Amöbenruhr verursacht durch
Malpighamoeba mellificae, nicht infektiöse Ruhr, „Maikrankheit“, Schwarzsucht („Waldtrachtkrankheit“), virale Infektionen (z.B. Flügeldeformations-Virus DWV, Akutes Bienenparalyse-Virus ABPV, Chronisches Bienenparalyse-Virus (CBPV), Sackbrutvirus und Kashmir Bienen-Virus KBV). Die bakteriellen Bienenkrankheiten: Kalkbrut, europäische Faulbrut, Sauerbrut. Nosemose.
Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Diagnostik von Parasiten, Bakterien und Viren. Wir bieten aber auch die Bestimmung von Pflanzen, Würmern, Insekten und Spinnentieren an.