Neue Veröffentlichung zum Thema Wirksamkeit von Entwurmungen

Wir haben es geschafft! Endlich sind die Ergebnisse unserer großen, gemeinsam mit den Unis UZH Zürich & LMU München durchgeführten Feldstudie veröffentlicht. Als Doktorarbeit und als wissenschaftlicher Artikel:

Treatment efficacy of pyrantel, fenbendazole and macrocyclic lactones in equine strongyles in Germany using FECRT and the model eggCounts;  J. Döberl, Z. Li, R. Furrer , M.C. Jäger; JEVS, 2025.

Wir gratulieren hiermit unserer Doktorandin herzlich zum Erfolg und zum Doktortitel.

Übersetzung der Kurzfassung:

Wirksamkeit von Pyrantel, Fenbendazol und makrozyklischen Laktonen bei equinen Strongyliden in Deutschland mittels FECRT und dem Modell eggCounts

Hintergrund: Die verminderte Wirksamkeit von Wurmmitteln gegen kleine Strongyliden bei Pferden ist ein weit verbreitetes Problem, doch aktuelle Daten sind rar.

Ziele: Diese Arbeit untersucht den aktuellen Stand der Wurmmittelwirksamkeit in der Praxis in Deutschland, insbesondere im Hinblick auf Pyrantel.

Methoden: Die Studie umfasste 1670 Pferde, bei denen insgesamt 1913 Entwurmungen analysiert wurden. Davon wurden 1682 mit Pyrantel, 56 mit Fenbendazol, 162 mit makrozyklischen Laktonen und 13 mit anderen Präparaten (z. B. Kräutern) durchgeführt. Die Eizahlreduktion (FECR) wurde mit zwei Methoden berechnet: dem Fecal Egg Count Reduction Test (FECRT) und dem statistischen Modell „eggCounts“. Bei der Interpretation der Ergebnisse orientierten wir uns an den Richtlinien der American Association of Equine Practitioners (AAEP) und der World Association for the Advancement of Veterinary Parasitology (WAAVP).

Ergebnisse: Insgesamt wurden 1156 Entwurmungen (68,7 %) mit Pyrantel, 12 (21,4 %) mit Fenbendazol und 159 (98,1 %) mit makrozyklischen Laktonen mit einer Eizahlreduktion > 95 % bewertet. Pyrantel wird sowohl im FECRT (obere/untere Grenze: 91,1/89,5) als auch in „eggCounts“ (88,7/88,1) als „niedrig resistent“ eingestuft, Fenbendazol im FECRT (65,0/49,1) und v (50,4/42,9) als „resistent“ und makrozyklische Laktone im FECRT (100,1/99,0) als „empfindlich“ und in „eggCounts“ (99,8/99,5) als „niedrig resistent“.

Schlussfolgerung: Während die Behandlungen mit makrozyklischen Laktonen ausreichend wirksam waren, zeigte die Mehrzahl der Fenbendazol-Behandlungen eine unzureichende Wirksamkeit. Die Ergebnisse bestätigen für Pyrantel eine verminderte Behandlungseffektivität in 31,3 % der Fälle. Dennoch blieben die meisten Behandlungen wirksam. Daher sollte Pyrantel weiterhin zur Behandlung von Strongylideninfektionen eingesetzt werden. Eine Kontrolle der Behandlungseffektivität 10–14 Tage nach der Verabreichung des Anthelminthikums sollte Standard werden.

Hier der Link zum Artikel: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0737080625003739

Link zu Doktorarbeit: Statistische Auswertung zur Wirksamkeit von Pyrantel bei Strongyliden des Pferdes in Deutschland