Strongyliden beim Pferd

 

In Deutschland werden die Kleinen Strongyliden (Fam. Cyathostominae) in etwa 98,4 % der Bestände nachgewiesen.

Große Strongyliden (Strongylus spp.) kommen in Deutschland nur noch sehr selten vor (ca. 2 % der Bestände). Importpferde und Pferde aus Beständen, in denen lange nicht entwurmt bzw. kontrolliert wurde, können eine Infektionsquelle darstellen.

 

Entwicklungszyklus

Die Strongylideneier werden von den erwachsenen Würmern im Darm gelegt und mit dem Kot ausgeschieden. In der Umwelt schlüpft unter geeigneten Bedingungen (>10°C, Feuchtigkeit) daraus die Larve, die sich in ca. 10-14 Tagen bis zum infektiösen Larvenstadium III entwickelt und dann vom Pferd aufgenommen wird. Bei kleinen Strongyliden kann die Zeit bis zur erneuten Eiausscheidung 5 bis 14 Wochen dauern. Vor allem bei Jungtieren und alten Pferden ist die Eiausscheidung vermehrt.
Die Larven der Großen Strongyliden wandern durch den Körper in die Blutgefäße, welche dadurch massiv geschädigt werden können. Erst zur Eiablage kehren die Larven in den Darm zurück. Dadurch dauert der Entwicklungszyklus wesentlich länger als bei den weit verbreiteten Kleinen Strongyliden (Dauer Aufnahme Ei bis Ausscheidung: 6-11 Monate).

Strongyliden können sowohl im Eistadium oder als Larve auf der Weide, als auch als Larve im Pferd in einer Art Ruhestadium überwintern.

Krankheit

Kleine Strongyliden: Ein geringer Befall bringt oft keinerlei Symptome mit sich. Bei einem massiven Befall kann es zu Durchfall, stumpfem Fell und Gewichtsverlust kommen. In den Wintermonaten besteht vor allem bei Jungtieren die Gefahr, dass es zu einer massenhaften Auswanderung der Larven aus dem Dünndarm kommt, zur sogenannten larvalen Cyathostominose. Dabei kann man unter anderem Koliken, Durchfall, Fieber und Gewichtsverlust beobachten; unter Umständen kann diese auch tödlich enden. Dies kommt aber i.d.R. nur in schlechter Haltung oder in Beständen ohne regelmäßige, adäquate Diagnostik- und Bekämpfungsmaßnahmen vor.

Große Strongyliden haben durch ihre Körperwanderung eine wesentlich größere Schadwirkung.  Durch die Gefäßschädigung können Lahmheiten, Koliken oder auch der Tod die Folge sein.

Diagnostik

Eine Infektion mit adulten Würmern kann durch eine Untersuchung des Kots mittels verschiedener Flotations-Verfahren, wie dem Kombiniertem-Sedimentations-Flotationsverfahren oder dem McMaster-Verfahren nachgewiesen werden. Die Eier der Großen und Kleinen Strongyliden sind nicht zu unterscheiden. Eine Differenzierung ist nur über die Larven oder durch genetische Verfahren (DNA-Nachweis mittels PCR-Verfahren) möglich.

Bekämpfung

Eine selektive Entwurmung mit regelmäßiger Beprobung ist zu empfehlen. Da hier die Tiere mit einer hohen Eiausscheidung identifiziert und gezielt behandelt werden, ist es möglich, den Infektionsdruck zu senken und gleichzeitig der Resistenzbildung entgegenzuwirken.

Wie funktioniert die Selektive Entwurmung?

Bei der Selektiven Entwurmung, einer zeitgemäßen Strategie zur Parasitenbekämpfung, werden bei jedem Pferd eines Bestandes über das Jahr verteilt regelmäßig Kotproben mittels McMaster-Verfahren untersucht. So erhält man einen genauen Überblick über die Eiausscheidung des einzelnen Pferdes und somit einen Hinweis auf den Infektionsdruck für alle Tiere auf der Weide. Behandelt werden nur jene Pferde, die mit ihrer hohen Eiausscheidung (> 200 EpG) besonders zur Kontamination der Weide beitragen, oder jene Tiere, die Krankheitssymptome aufweisen.

Beim McMaster-Verfahren werden die Wurmeier angereichert und in der speziellen McMaster-Kammer gezählt. Die Anzahl der Eier pro Gramm Kot (EpG) wird quantitativ erfasst. So kann man den Verlauf der Eiausscheidung über die gesamte Weidesaison hinweg genau verfolgen und Behandlungen gezielt erstellen. Verwendet wird die McMaster-Untersuchung auch bei der Wirksamkeitskontrolle nach einer Entwurmung.

 

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